{"id":749,"date":"2019-04-17T08:16:52","date_gmt":"2019-04-17T06:16:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=749"},"modified":"2019-04-19T12:54:53","modified_gmt":"2019-04-19T10:54:53","slug":"die-stadtkapelle-begeistert-beim-fruehjahrskonzert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=749","title":{"rendered":"Die Stadtkapelle begeistert beim Fr\u00fchjahrskonzert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Stadtkapelle Rain pr\u00e4sentiert sich unter Andreas Nagl mit unglaublich starken Interpretationen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h3>DONAUW\u00d6RTHER ZEITUNG VOM 15.04.2019<\/h3>\n<p>VON BARBARA W\u00dcRMSEHER<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fr\u00fchjarskonzert-2019.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-698\" \/><br \/>\nDie Stadtkapelle Rain bei ihrem Fr\u00fchjahrskonzert. Einmal mehr beeindruckte der 80 Mann starke Klangk\u00f6rper durch hohes Niveau und gro\u00dfe Spielfreude.<br \/>\n Andreas Nagl steht am Dirigentenpult \u2013 hinter sich im R\u00fccken etliche hundert Zuh\u00f6rer, vor sich im Halbrund seine 80 Musiker. Gro\u00dfe Besetzung. Als er den Taktstock hebt, wei\u00df er 160 Augen konzentriert auf sich gerichtet. Seine pr\u00e4gnante Gestik setzt die magischen Impulse, denen sich T\u00f6ne, Kl\u00e4nge, ja musikalische Geschichten anschlie\u00dfen. Alle Register folgen pr\u00e4zise seinen Schlagfiguren, die Technik, Artikulation, Emotion fordern.<\/p>\n<p>Einmal mehr ist Nagl beim Fr\u00fchjahrskonzert der Stadtkapelle Rain Herr \u00fcber Partitur und Musiker. \u00dcber dieses leistungsstarke Ensemble. Er ist der Maestro am Pult, der die ausgezeichnete Auswahl bemerkenswerter symphonischer Werke getroffen hat. Er gibt deren Interpretationen vor und f\u00fcgt letztlich die vielen kleinen Einzelteile zum gro\u00dfen Ganzen zusammen. An diesem Abend in der Dreifachsporthalle \u2013 quasi der \u201eLechphilharmonie\u201c der Tillystadt \u2013 gelingt dem Orchester zusammen mit ihm als Frontmann erneut ein gro\u00dfer Wurf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p><strong>Lea H\u00e4nsel spielt die Soloklarinette<\/strong><br \/>\nDen wirklichen H\u00f6hepunkt im Programm auszumachen, ist kein leichtes Unterfangen. Vermutlich ist es \u201eKonzert Nr. 2\u201c, das junge Werk des spanischen Komponisten Oscar Navarro, das am meisten den Atem anhalten l\u00e4sst. Zumal das Publikum in den Genuss kommt, die hinrei\u00dfende Lea H\u00e4nsel an der Soloklarinette zu erleben. Die erst 22-j\u00e4hrige Oberndorferin studiert in Hannover, hat in namhaften Orchestern gespielt, Konzertreisen nach Japan und Italien unternommen und ist festes Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie.<\/p>\n<p>Jetzt steht sie neben Andreas Nagl an der B\u00fchnenrampe. Tief versunken in die Komposition, fast z\u00e4rtlich verbunden mit Werk und Instrument gleitet sie weich durch lyrische Passagen, steigert ihr Spiel mit k\u00f6rperlichem wie emotionalem Einsatz durch dramatische Abschnitte bis sie in den irrwitzigen Tempi der finalen L\u00e4ufe ankommt und diese scheinbar m\u00fchelos erklimmt. Mit jener vermeintlichen Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist ein Musiker nur dann unterwegs, wenn gro\u00dfes Talent und disziplinierte Arbeit dahinter stecken. Lea H\u00e4nsels Ausdrucksst\u00e4rke und ihre virtuose Beherrschung der Klarinette sind gro\u00dfartig! Das Publikum h\u00e4ngt mit den Augen gebannt an dieser jungen Frau, die mit so viel K\u00f6nnen imponiert und ihre ganze Leidenschaft in diesen Moment investiert. Pulsierendes, kraftvolles Spiel in allen Registern begleitet sie durch den musikalisch faszinierenden Dialog \u2013 80 Musiker wie aus einem Guss.<\/p>\n<p>Von St\u00fcck zu St\u00fcck verfestigt sich dieser Eindruck, auch als sich Lea H\u00e4nsel in der Position der ersten Klarinette ins Ensemble einreiht. Was das Publikum erleben darf, ist H\u00f6chststufe im Niveau eines Blasmusik-Orchesters! Schon die \u201eCandide\u201c-Ouvert\u00fcre von Leonard Bernstein, der Auftakt im Programm, schont keinen der Interpreten. \u00dcberwiegend temporeich, voll fieser Taktwechsel, stilistisch ein Konglomerat aus Mazurka, Tango, Walzer und mehr, fordert diese Komposition stete Pr\u00e4senz. Mit gro\u00dfer Spielfreudigkeit meistert die Stadtkapelle diesen Anspruch.<\/p>\n<p><strong>Eine sinfonische Dichtung<\/strong><br \/>\nNicht anders ist es bei \u201eThe Wind in the Willows\u201c (Der Wind in den Weiden) von Johan de Meij. Diese vertonten Kindergeschichte ist eine sinfonische Dichtung, die Maulwurf, Wasserratte, Kr\u00f6terich und Dachs mit Instrumenten Stimmen gibt. Lautmalereien lassen kontrastreiche Bilder von Landschaft, Tieren und Handlung vor dem inneren Auge entstehen. Der weitgehend straffen Dramaturgie konsequent folgend, zeigt sich die Stadtkapelle einmal mehr bestens disponiert.<\/p>\n<p>Dagegen nimmt sich der Zapfenstreich Nr. 1 von Ludwig van Beethoven \u2013 der gro\u00dfe Wiener Klassiker m\u00f6ge verzeihen \u2013 verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig bieder aus. Aber nat\u00fcrlich muss ein Blasorchester auch die Marschmusik bedienen.<\/p>\n<p>Von diese Reminiszenz an die b\u00f6hmische Landwehr geht es weiter ins entfernte Las Vegas. Reichlich Zeit und Raum trennen diese beiden Kompositionen voneinander, wie auch eine Pause im Programm, nach der Karin Neubauer, die Moderatorin des Abends, das Publikum wieder mit wertvollen Erl\u00e4uterungen und Einstimmung abholt. \u201eGodzilla eats Las Vegas\u201c von Eric Whiteacre wirft Musiker wie Zuh\u00f6rer in ein emotionales und spieltechnisch aufw\u00fchlendes Wechselbad der Gef\u00fchle. Als das Filmmonster in T\u00f6nen durch die Sporthalle stapft, zieht Nagl zusammen mit der Stadtkapelle buchst\u00e4blich alle Register \u2013 ja mehr noch. Binnen weniger Takte l\u00f6sen sich flotte Jazz-Kl\u00e4nge mit bedrohlichen Clustern ab, erneute Tanzrhythmen mit dumpfem Gegrummel in den tiefen Lagen. Dazwischen schrecken hysterische Schreie der Musiker auf, Hundegekl\u00e4ff und kreischende Trompeten mischen sich mit weinende Fl\u00f6ten, klagende Klarinetten und stampfenden Schritten.<\/p>\n<p>Das Orchester erz\u00e4hlt die Geschichte dieser amerikanischen Show-Stadt, die angesichts der Angriffe des Monsters verzweifelt um Normalit\u00e4t bem\u00fcht ist. Es erz\u00e4hlt sie mit Spezial-Effekten, zu denen auch flirrende Pl\u00e4ttchen geh\u00f6ren, die die Musiker in die Luft schie\u00dfen und die sich dann glitzernd \u00fcber sie ergie\u00dfen. Ein unglaubliches St\u00fcck \u2013 eine unglaubliche Kapelle!<\/p>\n<p><strong>Rainer Stadtkapelle probt f\u00fcr das Konzert 63 Mal<\/strong><br \/>\nDa schlie\u00dft sich die musikalische Reise mit dem \u201eOrient Express\u201c von Philippe Stark beinahe schon erholsam an \u2013 wenngleich auch nur scheinbar. Nach dem Pfiff des Schaffners rollen die R\u00e4der des Luxuszuges. Das Publikum darf sich an dessen majest\u00e4tischer Eleganz freuen, darf die unterschiedlichen Landschaften genie\u00dfen, die an den Abteilfenstern vorbeiziehen, darf den Zug mal in gem\u00e4chlichem Gleiten erleben, dann wieder in hektischer Betriebsamkeit. All das hat der Komponist in musikalische Bilder verpackt. All das \u00fcbersetzen die Musiker aus schwarzen Noten in traumhafte Kl\u00e4nge. Perfekt!<\/p>\n<p>63 Proben hat diese runde Gesamtleistung die Rainer Stadtkapelle gekostet, wie Vorsitzender Christoph Heider verr\u00e4t. Ein Probenwochenende war dabei; zuletzt traf sich das Orchester drei Mal pro Woche. Dazu kommen unz\u00e4hlige Einzelproben jedes Ensemble-Mitglieds. Am Ende des Konzerts gew\u00e4hrt Andreas Nagl zwei Zugaben. Vor einer dritten winkt er seine Musiker mit unmissverst\u00e4ndlicher Schlagfigur nach drau\u00dfen. Anders geht es nicht. Dann das Publikum w\u00fcrde am liebsten \u201eDa Capo\u201c rufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadtkapelle Rain pr\u00e4sentiert sich unter Andreas Nagl mit unglaublich starken Interpretationen. DONAUW\u00d6RTHER ZEITUNG VOM 15.04.2019 VON BARBARA W\u00dcRMSEHER Die Stadtkapelle Rain bei ihrem Fr\u00fchjahrskonzert. Einmal mehr beeindruckte der 80 Mann starke Klangk\u00f6rper durch hohes Niveau und gro\u00dfe Spielfreude. 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