{"id":705,"date":"2018-05-03T20:34:25","date_gmt":"2018-05-03T18:34:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=705"},"modified":"2018-07-21T09:26:21","modified_gmt":"2018-07-21T07:26:21","slug":"einfach-hinreissend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=705","title":{"rendered":"Einfach hinrei\u00dfend!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Stadtkapelle Rain unter Andreas Nagl pr\u00e4sentiert sich beim Fr\u00fchjahrskonzert einmal mehr in H\u00f6chstform<\/strong><\/p>\n<h3>DONAUW\u00d6RTHER ZEITUNG VOM 03.05.2018<\/h3>\n<p>Von Ulrike Hampp-Weigand<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Fr\u00fchjahrskonzert-2018.-mit-Ahab.jpg\" alt=\"\" width=\"572\" height=\"322\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-698\" \/><\/p>\n<p><strong>Immer wieder gro\u00dfartig: die Rainer Stadtkapelle unter Leitung von Stadtkapellmeister Andreas Nagl. Diesmal hatte das Orchester Unterst\u00fctzung von Schauspieler Georg Thaller (rechtes Bild) als Ahab.<\/strong> (Bild: Walter M\u00fcller)<\/p>\n<p>Absolut beeindruckend: das Fr\u00fchjahrskonzert der Stadtkapelle Rain. Applaus im Stehen gab es zum Ende des Abends \u2013 f\u00fcr ein (wieder einmal) fantastisches Programm in ihrem Fr\u00fchjahrskonzert.<\/p>\n<p>Vorsitzender Christoph Heider begr\u00fc\u00dfte G\u00e4ste wie Interpreten und auch B\u00fcrgermeister Gerhard Martin pries \u201esein Rainer Ensemble\u201c. Die Brillanz der Kapelle sei dem Flei\u00df und der Leidenschaft aller Musiker zu danken. Allein vor diesem Konzert galt es, 82 Orchester- und Registerproben zu absolvieren. Zu erwarten also aufregend Neues, aber auch bekannte Kompositionen f\u00fcr die H\u00f6chststufe sinfonischer Blasmusik. Sympathisch engagiert f\u00fchrte erneut Karin Neubauer durch das Konzert.<\/p>\n<p>Ein \u201el\u00e4rmendes Werk\u201c (so der Komponist) war Pjotr Ilych Tschaikowskys \u201e1812 \u2013 Ouvert\u00fcre Solennelle\u201c op. 49, ein Auftragswerk Zar Alexanders I. zur Einweihung der zum Dank f\u00fcr den russischen Sieg 1812 \u00fcber Napoleon erbauten Christ-Erl\u00f6ser-Kathedrale in Moskau. Vom Wesen her eine \u201eBattaglia\u201c, Programmmusik aus Renaissance und Barock. Eine Schlacht imitierend, beginnt sie mit dem Choral \u201eGott, bewahre Dein Volk\u201c, bevor im Schlachtenl\u00e4rm die Nationen aufeinanderprallen: Einf\u00fchlsam, wie die \u201eMarseillaise\u201c mit dem russischen Volkstanzthema \u201eU worot, worot\u201c zusammenprallt und der Ausgang ungewiss ist. Erst der folgende, majest\u00e4tische Teil, in dem der Anfangschoral, vom Glockengel\u00e4ut umrahmt, wieder erklingt, versichert den russischen Sieg, der mit der Zarenhymne \u201eGott erhalte den Zaren\u201c rauschhaft gefeiert wird. Viele, perfekt gemeisterte Tempo- und Registerwechsel \u2013 gro\u00dfer Befall f\u00fcr das hervorragend eingestimmte Orchester.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p>24 Minuten und 16 Sekunden lang beeindruckte dann: \u201eAhab\u201c, die von dem zeitgen\u00f6ssischen amerikanischen Komponisten Stephen Leonard Melillo stammende, eindrucksvolle Komposition f\u00fcr Schauspieler und Blasorchester zu Herman Melvilless bedeutendem Werk des amerikanischen Symbolismus, dem Roman \u201eMoby Dick\u201c. Melillo war von der Zerrissenheit des Kapit\u00e4ns Ahab und dessen unbedingtem Willen, den Kampf mit Gott und dem Wal aufzunehmen, beeindruckt.<\/p>\n<p>Georg Thaller, h\u00e4ufiger Gast bei der Neuburger Volksb\u00fchne und regelm\u00e4\u00dfig am G\u00e4rtnerplatztheater in M\u00fcnchen engagiert, ist der Sprecher \u2013 eine Mischung aus \u201eJedermann\u201c und dem \u201eBoandlkramer\u201c. Mit Zylinder, Gehrock und wei\u00dfem Holzfu\u00df, Sextant und Harpune. Mit ungeheurer Intensit\u00e4t ist er Ahab, der wahnhafte Kapit\u00e4n des Walf\u00e4ngers Pequod. Der seine monomanische Rache ausleben, den wei\u00dfen Wal erledigen will. Moby Dick. Jenen, der ihn verst\u00fcmmelt hat, dessen Untergang sein Lebensziel ist. Und sein eigener Untergang werden wird. Der seine Mannschaft unter peitschenden Orchesterkl\u00e4ngen auf den Kampf gegen Moby Dick einschw\u00f6rt. Keuchend schreit er auf sie ein, lobt Gold aus. Dann wieder philosophiert er, \u00fcber Gott, \u00fcber M\u00e4chte, die st\u00e4rker sind als er \u2013 die Musik verklingt in nahezu lyrischem Frieden \u2013 ehe Ahabs Schrei \u201ein nomini diaboli\u201c das Ende einleitet.<\/p>\n<p>Orchesterst\u00fcrme toben, doch liebliche Winde wehen, und sanfte Kl\u00e4nge ert\u00f6nen \u2013 gro\u00dfartig, wie Sprecher und Orchester miteinander agieren \u2013 wunderbar das einf\u00fchlsame Dirigat von Andreas Nagl, hervorragend das mit ihm atmende Orchester. Das so herausgeforderte Publikum versteht, applaudiert begeistert.<\/p>\n<p>In Klezmer Classics von Johan de Meij ist traditionelle jiddische Instru-mentalmusik Osteuropas in einem temporeichen Medley zusammenge-fasst: das fast jazzige Abschiedsthema \u201eMazitov\u201c, f\u00fcr das Geleit am Hoch-zeitsabend; dem \u201eTrisker rebn\u2019s nign\u201c, Folklore f\u00fcr heimwehkranke j\u00fcdische Aussiedler, \u201eLomir zich iberbetn\u201c, ein schwungvoller Hochzeitstanz \u2013 und \u201eChosidl\u201c ein getragener chassidischer Tanz, und das bekannte \u201eMa jofus\u201c \u2013 frisch, fr\u00f6hlich, rhythmisch. Zauberhaftes Durchwechseln der Leitinstrumente \u2013 Klarinette, Akkordeon, Querfl\u00f6te oder Trompeten. Mit dem laut Programmheft Konzertmarsch der Extraklasse \u201eDie Sonne geht auf\u201c ging sie fulminant auf! Mit einem kleinen, zaubersch\u00f6nen Fl\u00f6tensolo erwachten die V\u00f6gel \u2013 Rudi Fischer, dem Dirigenten der fr\u00e4nkischen Hergolsh\u00e4user Musikanten, ist hier ein gro\u00dfartiger Wurf gelungen, in dem alle Register brillieren durften.<\/p>\n<p>Die \u201eSinfonischen T\u00e4nze aus der \u201eWest Side Story\u201c von Leonard Bernstein sind dem Jubilar dieses Jahres zum 100. Geburtstag gewidmet. Die Neuversion von Romeo und Julia, eingebettet in die Rassenkonflikte zwischen jugendlichen Puertoricanern und Amerikanern, 1957 vertont, die Ethnien durch Musik \u2013 Progressive Jazz, Operngesang, Latin Music \u2013 charakterisiert, war ein Welterfolg. Im Bandenkrieg zwischen den (amerikanischen) Jets und den (puerto-ricanischen) Sharks geraten Tony, und die Puerto Ricanerin Maria durch ihre Liebe zwischen die Fronten. Ihr Traum von einem gemeinsamen, besseren Leben \u2013 \u201eThere\u2018s a place for us, somewhere, somehow\u2026\u201c endet mit Tonys Tod in Marias Armen.<\/p>\n<p>Das Orchester zog, noch einmal, alle Register seines K\u00f6nnens, arbeitete packend und \u00fcberzeugend \u2013 in dem hektisch treibenden Rhythmus f\u00fcr die \u201eJets\u201c mit ostinaten Begleitfiguren, dissonant klingende T\u00f6nen, gro\u00dfen Tonspr\u00fcngen, gab die aggressive Stimmung wieder; f\u00fcr die \u201eSharks\u201c dagegen t\u00e4nzerische Latinrhythmen, betont durch den st\u00e4ndigen Wechsel zwischen 6\/8 und 3\/4 Takt, einen hinrei\u00dfenden Einsatz der Perkussionsinstrumente (sieben Schlagzeuger im Konzert!). Stimmig alles, bis zum wutgeladenen, aggressiven Mambo: die R\u00fcckkehr zur bitteren Realit\u00e4t. Hinrei\u00dfendes Musizieren insgesamt!<\/p>\n<p>Die erste Zugabe \u2013 100 Jahre Bayern \u2013 musste der Bayerische Defiliermarsch sein. Und als alle Zuh\u00f6rer noch marschmusikbegeistert schauten, wurden sie mit dem wiederholten \u201eMambo\u201c entlassen. Ein perfektes Konzert, ein perfekter Abend. Applaus im Stehen eben ..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadtkapelle Rain unter Andreas Nagl pr\u00e4sentiert sich beim Fr\u00fchjahrskonzert einmal mehr in H\u00f6chstform DONAUW\u00d6RTHER ZEITUNG VOM 03.05.2018 Von Ulrike Hampp-Weigand Immer wieder gro\u00dfartig: die Rainer Stadtkapelle unter Leitung von Stadtkapellmeister Andreas Nagl. 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