{"id":584,"date":"2016-12-20T17:54:49","date_gmt":"2016-12-20T15:54:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=584"},"modified":"2016-12-20T18:27:11","modified_gmt":"2016-12-20T16:27:11","slug":"stille-demut-und-pulsierende-freude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=584","title":{"rendered":"Stille Demut und pulsierende Freude"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einer der letzten gro\u00dfen H\u00f6hepunkte dieses Advents fand jetzt in Rain statt. Die Stadtkapelle grandios wie eh und je.<\/strong><\/p>\n<h3>DONAUW\u00d6RTHER ZEITUNG VOM 20.12.2016<\/h3>\n<p>Von Barbara W\u00fcrmseher<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Kirchenkonzert-2016.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Kirchenkonzert-2016.jpg\" alt=\"kirchenkonzert-2016\" width=\"572\" height=\"322\" class=\"alignnone size-full wp-image-589\" srcset=\"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Kirchenkonzert-2016.jpg 572w, https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Kirchenkonzert-2016-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Kirchenkonzert-2016-500x281.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><\/a><br \/>\nImposant im Erscheinungsbild und im musikalischen Spiel: die Stadtkapelle Rain unter ihrem Leiter Andreas Nagl. &#8211; Foto:Simon Bauer <\/p>\n<p>Der Advent geht in sein Finale und mit ihm auch die Vielzahl ber\u00fchrender Konzerte, die dieser besonderen Zeit den gewissen Zauber verleihen. Einen ihrer letzten gro\u00dfen H\u00f6hepunkte hat die Vorweihnacht jetzt in Rain erlebt \u2013 konzertante Blasmusik vom Feinsten! Eingebettet in den w\u00fcrdevollen Rahmen der Pfarrkirche St. Johannes, moderiert von Stadtpfarrer J\u00f6rg Biercher, kredenzte die Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Andreas Nagl eine Auff\u00fchrung, die ebenso Ehrfurcht atmete wie pulsierende Freude \u2013 ebenso in schlichter Folklore zu Hause war wie in den technischen Raffinessen der Kompositionen gro\u00dfer Meister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p>Der Auftakt geb\u00fchrte traditionell dem Nachwuchs und dem gelang mit \u201eJupiter\u201c aus der Orchestersuite des englischen Komponisten Gustav Holst ein wahrlich hymnischer Einstieg. Mit \u201eWinter Wonderland\u201c und der kleinen Fantasie \u201eMentis\u201c (Besinnung) bewegte sich das Vorstufenensemble dann unmittelbar in der Vorweihnachtszeit und bew\u00e4ltigte sehr respektabel auch herbe Harmonien und knifflige Tempi. Und wenn ein paar Vorwitzige dennoch vor lauter Spieleifer davonzulaufen drohten, dann fing Andreas Nagl \u2013 er sprang f\u00fcr die erkrankte Luisa H\u00e4nsel ein \u2013 sie mit stoisch ruhigem Dirigat schnell wieder ein. 30 engagierte junge Bl\u00e4ser waren im Einsatz \u2013 und bei diesem talentierten Nachwuchs braucht einem um die Zukunft der Stadtkapelle nicht bange zu sein!<\/p>\n<p>Erst recht begl\u00fcckte dann das gro\u00dfe Orchester mit bekannterma\u00dfen beachtlichem Niveau. Vier Werke standen im Programm, die kontrastreicher kaum h\u00e4tten sein k\u00f6nnen und so einmal mehr eine imponierende stilistische Bandbreite aufwiesen.<br \/>\nFeuerwerksmusik zum Auftakt<br \/>\nMit Georg Friedrich H\u00e4ndels Feuerwerksmusik starteten die Musiker relativ risikolos \u2013 was die Publikumsgunst betrifft. Deren \u00c4sthetik entzieht sich so schnell keiner. Dem Komponisten \u2013 so war zu erfahren \u2013 schien bei der Urauff\u00fchrung die Besetzung mit Bl\u00e4sern zu martialisch. 1748 zur Feier des Aachener Friedens komponiert, hatte er die weicheren, zarteren Streicher bevorzugt. Dennoch darf man k\u00fchn behaupten: Der gro\u00dfe Barockmeister h\u00e4tte die Interpretation der Rainer Stadtkapelle gemocht. Die majest\u00e4tische, prachtvolle Ohrwurm-Ouvert\u00fcre, die schlanke Bouree, der beseelte Friedens-Satz La Paix, die beiden adretten Menuette und die Fanfarensignale im erhabenen La R\u00e9jouissance wirkten im Spiel der rund 80 Musiker mitnichten kriegerisch, denn gravit\u00e4tisch und h\u00f6chst royal.<br \/>\nMit gro\u00dfer Strahlkraft bewegten sich die hohen Register \u00fcber dem st\u00fctzenden Fundament des tiefen Blechs, bei dessen nat\u00fcrlichem Phlegma die Musiker freilich mitunter gefordert waren, um mit den atemberaubenden Tempi mitzuhalten, die Dirigent Andreas Nagl gem\u00e4\u00df dem Charakter weiter Teile der Komposition vorlegte. Es waren mehr als 18 Minuten Spieldauer voller bet\u00f6rendem Wohlklang \u2013 und das mit einem H\u00f6chstma\u00df an Leidenschaft und Spielfreude, die da aus dem Chorraum zum Publikum ins Kirchenschiff schwappten, wenn Dirigent und Orchester symbiotisch verschmolzen.<br \/>\nJa, Orchesterleiter Nagl hatte einmal mehr ein bemerkenswertes Programm zusammengestellt \u2013 anspruchsvoll, wie man es von der Rainer Stadtkapelle kennt. So auch bei Giacomo Puccinis \u201eTe Deum\u201c aus der Oper Tosca, von Johan de Meij f\u00fcr Blasorchester eingerichtet. Mit den sich monoton wiederholenden Schl\u00e4gen des Glockenspiels und dem Brausen der Orgel (Franziskus Wawrzik) wird die r\u00f6mische Kirche Sant\u2019Andrea della Valle als Schauplatz klanglich beschrieben, ehe die Bl\u00e4ser dunkel und schwerm\u00fctig einstimmen.<br \/>\nDort soll \u2013 laut Handlung der Oper \u2013 im Juni 1800 ein Te Deum gefeiert werden, um den vermeintlichen Sieg der russisch-\u00f6sterreichischen Truppen \u00fcber Napoleon zu zelebrieren. Doch anstelle eines Lob- und Dankgesangs entladen sich in der Basilika Rache, Hassgef\u00fchle und Eifersucht der Protagonisten. Puccini verpackt diese Handlung musikalisch in gro\u00dfe D\u00fcsternis, die nur gelegentlich von lichten Momenten durchbrochen wird. Das Grundthema wird gebetsm\u00fchlenartig wiederholt und steigert sich in einem gro\u00df angelegten Spannungsbogen. Eine anspruchsvolle Herausforderung f\u00fcr die Musiker um Andreas Nagl \u2013 und schwere Kost f\u00fcrs Publikum.<br \/>\nIn der Kirche verteilt<br \/>\nDann klang noch einmal Tonkunst an, die die Barockzeit bereits erahnen l\u00e4sst, freilich noch h\u00f6rbar in der Renaissance verwurzelt ist. Giovanni Gabrieli war der Tradition der Venezianischen Mehrch\u00f6rigkeit zugetan \u2013 auch in seinem \u201eCanzon septimi e octavi Toni \u00e1 12\u201c, den Andreas Nagl mit der Stadtkapelle einstudiert hatte. Bis zu acht Ch\u00f6re pflegte der italienische Komponist bei dieser Auff\u00fchrungstechnik im Kirchenraum zu verteilen \u2013 in der Rainer Stadtpfarrkirche waren es drei jeweils vierstimmige, die Nagl vor dem Altar wie auch in den Seitenschiffen platzierte. Er selbst koordinierte die alternierenden Eins\u00e4tze vom Mittelgang aus.<br \/>\nUnd endlich zum guten Schluss gab es auch ein St\u00fcck Weihnachtsmusik. Davon h\u00e4tte es gerne noch ein bisschen mehr sein d\u00fcrfen, als einzig jene Fantasie \u201eAlpenl\u00e4ndische Weihnacht\u201c, in der sich ein Melodien-Potpourri ein Stelldichein gibt, das zu den sch\u00f6nsten seiner Art geh\u00f6rt. So schlicht und einfach die zugrunde liegenden Weisen \u201eHeidschi Bumbeidschi\u201c, Uffm Berge, da wehet der Wind\u201c, \u201eEs ist f\u00fcr uns eine Zeit ankommen\u201c und \u201eAndachtsjodler\u201c sind, so kunstvoll und virtuos gestalteten sich die von Thomas Doss arrangierten S\u00e4tze. Satt und samtig im Gesamtklang, n\u00e4herte sich das gro\u00dfe Blasorchester, gelenkt von Nagls behutsamem Dirigat, \u00fcber die sich immer wieder reibenden Harmonien den bekannten Melodien an, die schlie\u00dflich im \u00fcberschw\u00e4nglichen Crescendo von \u201eOh du fr\u00f6hliche\u201c gipfelten. F\u00fcr die Musiker rein technisch gesehen sicher eher entspannend zu spielen nach dem vorausgegangenen Kraftakt \u2013 f\u00fcrs Publikum einfach zauberhaft zu genie\u00dfen!<br \/>\nEngelbert Humperdicks sph\u00e4risch-zarter \u201eAbendsegen\u201c nahm diesen innigen Charakter noch einmal auf und verabschiedete die Zuh\u00f6rer damit in die Nacht. Da blieb eigentlich nur noch ein Wunsch offen: Dass diesem 24. weihnachtlichen Kirchenkonzert der Stadtkapelle just in einem Jahr das 25. folgend wird!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer der letzten gro\u00dfen H\u00f6hepunkte dieses Advents fand jetzt in Rain statt. Die Stadtkapelle grandios wie eh und je. 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