{"id":1065,"date":"2022-07-21T20:59:42","date_gmt":"2022-07-21T18:59:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=1065"},"modified":"2022-08-01T10:45:17","modified_gmt":"2022-08-01T08:45:17","slug":"1065","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stadtkapelle-rain.de\/_preview\/?p=1065","title":{"rendered":"Von der Leichtigkeit des Seins"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Stadtkapelle Rain macht die Leutnantschanze zum Freiluft-Konzertsaal und fesselt ihr Publikum in gewohnter Manier. Womit das Ensemble diesmal f\u00fcr Begeisterung sorgt.<br>VON BARBARA W\u00dcRMSEHER<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Donauw\u00f6rther Zeitung 20.07.2022<\/h3>\n\n\n\n<p>Von der sommerlichen Leichtigkeit des Seins erz\u00e4hlen die T\u00f6ne, die der laue Abendwind aus der Rainer Leutnantschanze im Stadt- park hinaus in die Umgebung tr\u00e4gt: Mal sind es zart hingehauchte Kl\u00e4nge, dann wieder geballte Cluster aus s\u00e4mtlichen Registern, die sich den Weg in die Gem\u00fcter der Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer bahnen. Es ist die Serenadenzeit der Rainer Stadtkapelle, und zu- r\u00fcckgelehnt in den St\u00fchlen genie\u00dft das vielz\u00e4hlige Publikum dieses Gesamtpaket aus einnehmenden Kompositionen, h\u00f6renswerten Interpreten und bet\u00f6render Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>Gro\u00dfe Konzerts\u00e4le und Kirchen bespielen die Musiker der Rainer Stadtkapelle ja ohnehin. Auch Open-Air-erfahren sind sie. Dies- mal allerdings hat sich Orchesterchef Andreas Nagl einen Schau- platz der besonderen Art ausgesucht: Im naturbelassenen Amphitheater der Leutnantschanze intonieren Vorstufenensemble und Stammkapelle auch ohne Resonanzraum um sich herum klang- sch\u00f6ne Melodien mit einem Volumen, das die trockene Freiluftakustik zu durchbrechen versteht.<br>Keine schwere Kost ist es, die da zum Zuh\u00f6ren aufgetischt wird. Freilich sind die St\u00fccke, zu denen Vorsitzender Christoph Heider begr\u00fc\u00dft, dennoch anspruchsvoll f\u00fcr die Instrumentalisten zu spielen. Im Schein der untergehenden Son- ne platzieren die Musiker ein Programm von Barockmusik \u00fcber Marsch und Walzer bis hin zu Ohrwurmmelodien aus Fernsehen und Musical.<\/p>\n\n\n\n<p>Allesamt zum Genie\u00dfen! Oder, um es mit dem Wunsch des charmanten Moderators Marco Roger zu sagen: Es ist schlichtweg \u201egr\u00f6\u00dftes H\u00f6rvergn\u00fcgen\u201c, das es zu erleben gibt.<br>Der Jugend geh\u00f6rt bei Konzerten stets der musikalische Auftakt und wie gut es um den Nachwuchs der Rainer Stadtkapelle bestellt ist, demonstriert zupackend Cathy Smith, die Dirigentin des Vorstufen-Ensembles. Sie lotst mit zackiger, dann wieder geschmeidig-weicher Gestik die erfreulich vielen, erfreulich gut disponierten jungen Menschen durch die Herausforderungen und sammelt sie energisch bei sich und ihrem Dirigat. \u201eYoung Fanfare\u201c von Martin Scharnagel macht den Anfang, gefolgt von Johan de Meijs wunderbarer \u201eGro\u00dfer Jupiter Hymne\u201c, die Cathy Smith freilich weniger lyrisch, denn fast getrieben interpretiert. \u201eZauberland\u201c von Kurt G\u00e4ble schlie\u00dflich \u2013 ein fortw\u00e4hrender Dialog zwischen kantablen Passagen und rhythmisch markanten Einw\u00fcrfen \u2013 l\u00e4sst begl\u00fcckend erkennen, auf welch gutem Weg der Rainer Nachwuchs ist, zu einer Einheit zusammenzuwachsen.<br>Die Jugend eifert h\u00f6rbar den Gro\u00dfen nach, die als Stammkapelle technisch und in ihrer Ausdrucksst\u00e4rke bekanntlich deutschlandweit zu den drei Spitzen-Blasorchestern im Amateurbereich z\u00e4hlt.<br>An diesem Abend gehen sie es entspannter an als bei so manchem symphonischen Konzert, freilich fordert Stadtkapellmeister Andreas Nagl dennoch Konzentration und makelloses Spiel ein.<br>Die Dramaturgie des Programms ist geschickt gew\u00e4hlt, denn der Start mit Henry Purcells Rondo und Air aus der \u201eAbdelazer Suite\u201c wirkt in leicht t\u00e4nzelnder Manier noch vergleichsweise konventionell, w\u00e4hrend es mit fort- schreitendem Abend dann zunehmend moderner und fetziger wird. In feinstem barocken Duktus kommen die beiden S\u00e4tze freilich daher u d erfreuen die Fans der polyfonen Satztechnik \u2013 nicht ohne Grund galt deren genialer Sch\u00f6pfer schon zu Lebzeiten als \u201eOrpheus Britannicus\u201c.<br>Mit kuriosen Fanfarenst\u00f6\u00dfen, lebhaft-drolligen Sechzehntell\u00e4ufen, gef\u00e4lliger Melodie und den typisch markanten Marsch-Rhythmen besticht der Florentiner Marsch von Julius Fuc\u02c7\u00edk. Die Stadtkapelle artikuliert die raschen Passagen deutlich und punktgenau durch alle Register und l\u00e4sst die technischen Herausforderungen der halsbrecherischen Dynamik \u2013 etwa an die Atmung \u2013 nicht erkennen. Wie selbstverst\u00e4ndlich flutscht das St\u00fcck, geschmeidig und schlank im Klang.<br><br>Zum innerlichen Mitsingen und \u00e4u\u00dferlichen Mitwippen ist auch der Walzer \u201eEspa\u00f1a\u201c von \u00c9mile Waldteufel geeignet. Schmissig, temporeich und temperamentvoll kommt er daher. Der Dialog der Register ger\u00e4t zu einem entz\u00fcckenden Frage-und-Antwort-Spiel, das vom quirligen Staccato-Gekl\u00f6ppel des Schlagwerks und von Kastagnetten-Kl\u00e4ngen unter- legt wird. Und noch einen Walzer gibt es, freilich ganz anders im Charakter: \u201eThe Second Waltz\u201c von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch. Mit seinem tanzbaren Dreivierteltakt hat er eine sehr wiegende Dynamik.<br>Dann fordert Moderator Marco Roger die TV-Kenntnisse des Publikums heraus. Titelmelodien welcher Fernsehsendungen stecken wohl im Medley von Manfred Schneider? Die Stadtkapelle spielt \u2013 die Zuschauer r\u00e4tseln. Harmonisch im Zusammenklang, harmonisch erst recht auch im Kontakt mit Dirigent Andreas Nagl, zeigen die Bl\u00e4serinnen und Bl\u00e4ser aller- beste Spiellaune bei den Ohrw\u00fcrmern zu: \u201eLindenstra\u00dfe\u201c, \u201eHerzblatt\u201c, \u201eSchwarzwaldklinik\u201c, der Eurovisionsmelodie, \u201eWetten, dass..?\u201c, \u201eTraumschiff \u201c, dem \u201eaktuellen Sportstudio\u201c, \u201eDerrick\u201c und \u201eTagesschau\u201c. Dem kann an Popularit\u00e4t nur noch das Musical-Potpourri \u201eThe Magic\u201c von Andrew Lloyd Webber\u201c eins draufsetzen. In einem Arrangement von Warren Barker intoniert die Stammkapelle spektakul\u00e4re Hits auf h\u00f6chsten Niveau.<br>Die gute Nachricht zu vorger\u00fcckter Stunde: Die Stadtkapelle, der gro\u00dfe Kulturtr\u00e4ger der Stadt Rain, setzt nach wie vor Highlights im Jahreslauf. Die schlechte Nachricht: Einmal geht jedes sch\u00f6ne Konzert zu Ende. Mit dem letzten Ton der Zugabe ist auch dieser Abend zu Ende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadtkapelle Rain macht die Leutnantschanze zum Freiluft-Konzertsaal und fesselt ihr Publikum in gewohnter Manier. 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